Hallo, ich freue mich eingeladen worden zu sein hier meine Geschichte erzählen zu dürfen …..

Magenbypass Nachher-Foto
Angelika nach Magenbypass-OP

… mein Name ist Angelika G. (46) aus Ratingen. So lange ich denken kann haben Diäten mein Leben bestimmt. Ich habe alle Arten von Diäten ausprobiert, angefangen von FDH, Weigth Watchers, Atkins-Diät, Slimfast, Herbalife, Körner-Diät, Trennkost ,Medikamente zur Gewichtsreduktion’ und fast alle Diäten aus den diversen Frauenzeitschriften. Sicherlich nahm ich bei der ein oder anderen Diäten auch ab, jedoch nahm ich in kürzester Zeit wieder das, was ich über Bord geworfen hatte, plus einige neue Kilos wieder zu. Im Laufe der Jahre schaukelte sich mein Gewicht auf satte 178 kg hoch.

Magenbypass OP Vorher Foto
Vor Magenbypass-OP

Leider kamen mit den Kilos auch viele Begleiterkrankungen. Ich bekam Diabetes, litt unter Bluthochdruck, bekam extreme Ödeme in den Beinen, meine Gelenke schmerzten, die Knie waren verschlissen, sollten operiert werde, jedoch war auch das Gewicht für den OP-Tisch zu hoch. Die Hüfte und der Rücken schmerzten, ich musste immer stärkere Medikamente nehmen…Nicht nur körperlich ging es mir immer schlechter, in meiner letzten Arbeitsstelle wurde ich wegen meines Gewichtes gemobbt, als ich auf Arbeitssuche war sagte man mir auf dem Amt, dass ich so wie ich aussähe, ja eh nicht mehr vermittlungsfähig sei… auch die Blicke der Leute taten ganz schön weh. Ich zog mich immer mehr in mein Schneckenhaus zurück, meine Psyche litt immer mehr, aber alleine kam ich einfach nicht mehr weiter.

Also versuchte ich es zum x-ten Male mit einer Diät in der Gruppe, nahm auch ein paar Kilos ab, jedoch hatte ich unglaubliche Probleme. Mein Bauch sackte durch die Abnahme ein wenig ab und ich hatte unerträgliche Schmerzen.Mein Mann brachte mich in das Ratinger St. Marienkrankenhaus, dort untersuchte mich Chefarzt Dr. Dellanna. Nach einem für mich nicht ganz so angenehmen, aber ehrlichen Gespräch riet er mir zu einer Magenverkleinerung und verwies mich auch an die Selbsthilfegruppe im eigenen Hause.

Als Dank für die viele Hilfe und Unterstützung, die ich in dieser Zeit erfahren habe, entstand auch die Idee meine Erfahrungen und damit verbundene Möglichkeit anderen zu helfen in dieser Form weiter zu geben.

Nach der SHG und versorgt mit neuen Informationen über das weitere vorgehen hin zu meinem Ziel Magenbypass, fing ich an Gutachten meiner behandelnden Ärzte zu sammeln und nach ca. drei Monaten hatte ich alles beisammen und stellte schließlich einen Antrag auf eine Magenbypass-OP. Die Krankenkasse leitete meine Unterlagen an den MDK weiter und nach weiteren drei Monaten bekam ich die Kostenübernahme für die geplante Operation. Ich war selber positiv überrascht, wie schnell ich diese Zusage bekommen habe ohne in Widerspruch treten zu müssen. Mitentscheidend für diesen Erfolg war wohl mein fester Wille und die damit verbunden sorgfältige und vollständige Antragsstellung.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei meinen behandelnden Ärzten und meiner Krankenkasse, der BKK Aktiv für ihre Unterstützung bedanken.

Nach der Magenbypass-OP im Krankenhaus

 Ich machte sofort einen Termin bei Dr. Dellanna und seinem Team im Ratinger St. Marien Krankenhaus und wurde am 10. Januar 2008 operiert. Die OP verlief ohne Komplikationen. Ich musste nach der OP nicht einmal zur Beobachtung auf die Intensivstation. Mir ging es von Anfang an gut bis auf die Übelkeit nach der Narkose. Ich brauchte nur ein einziges Mal ein Medikament gegen die Schmerzen. Abends durfte ich auch schon ein kleines bisschen trinken. Am dritten Tag nach der OP bekam ich mein erstes Essen, einen Naturjoghurt. Ich war nach gut einem Teelöffel pappsatt. Für mich war das wie ein kleines Wunder, denn vor der OP hatte ich 24 Stunden am Tag Hunger, jedoch nach der OP ist dieses extreme Hungergefühl (und das bis heute) nicht mehr aufgetreten. Nach fünf Tagen konnte ich das Krankenhaus schon wieder verlassen. 

Wieder zu Haus war ich noch eine Woche in der Breiphase, bevor ich mich an feste Nahrung gewagt habe. Langsam musste ich durch ausprobieren herausbekommen welche Lebensmittel ich schon wieder vertrug und welche noch nicht. Ein größeres Problem war aber die Vorstellung, von den nun für mich winzig erscheinenden Portionen, satt zu werden.

Sicherlich war der Anfang nicht leicht, aber es hat sich gelohnt. Ich kann heute wieder alles essen, vertrage alles, habe aber mein Essverhalten komplett umgestellt.

Ich bin froh, dass ich die Chance hatte diesen Weg zu gehen. Die Operation ist nur eine „Hilfskrücke“ – gehen muss man alleine, aber es war die einzige Chance die ich noch hatte. Denn die Lebenserwartung die man mir vor der Operation noch gab, war nicht mal lang genug meine Tochter (damals knapp 15 Jahre alt) erwachsen werden zu sehen.

Heute geht es mir gesundheitlich in vielen Punkten besser. Der Bluthochdruck, sowie die Atemaussetzer im Schlaf sind Vergangenheit. Mein Diabetes mellitus I ist so gut, dass ich fast kein Insulin mehr benötige. Nur die Knochen sind natürlich verschlissen, sie haben ja auch Jahrzehnte lang mein extremes Übergewicht tragen müssen, leider habe ich mein Skelett nicht mit Muskeln, sondern mit Fett gestützt.

Auch werde ich noch einige andere Wiederherstellungsoperationen brauchen wie z.B. eine Bauchdeckenplastik.

Da ich aus eigener Erfahrung weiß wie schwer es ist einen Antrag zu stellen und den Anforderungen der Krankenkassen, sowie des MDK´s (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) gerecht zu werden. Ich aber von der Wichtigkeit dieser letzten Möglichkeit überzeugt bin, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Betroffenen zu helfen. Zuerst betreute ich nach und nach immer mehr „Patenkinder“. Ich betreue sie von der Entscheidung ob und welche OP´s möglich sind, währende der Antragsstellung bei der Krankenkasse, bis hin zur OP und auch noch danach. Damit ich aber auch Leuten helfen kann, die nicht hier in unmittelbarer Nähe wohnen, kamen mein Mann und ich auf die Idee www.Gelis-Adipositas-Hilfe.de zu gründen. Hier möchte ich gerne Hilfestellungen leisten und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Eure Geli

 

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